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Neu und informativ

Recyclingpapier

HOLZFREIES PAPIER ODER RECYCLINGPAPIER?



Eine endgültige Anwort auf diese Frage zu finden ist so unwahrscheinlich wie die Erfindung des Perpetuum mobile.
Die einzige Möglichkeit für jeden Einzelnen zur Entscheidungsfindung besteht darin, beide Alternativen darzustellen.


Recyclingpapier

Rohstoff: Altpapier definierter Qualität. Zur Verleihung des Umweltzeichens mit dem bekannten blauen Engel müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

Nur Papiere die aus 100 % Altpapier, davon mindestens 51 % sogenannter unterer mittlerer und krafthaltiger Sorten, hergestellt werden, tragen das Umweltzeichen mit dem blauen Engel - den Garanten für wirklich 100 %iges Recycling-Papier.

Herstellung: Auflösen des Rohstoffes im Pulper mit Hilfe von Wasser, Wärme, Bewegung und Hilfsstoffen (Seife, Wasserglas, Wasserstoffperoxyd und Dispergiermittel, alle Stoffe im Wasser neutralisierbar und biologisch abbaubar).

Deinking ("Enttinten") mittels der o.g. Hilfsstoffe (dabei ca. 12% Verlust des Altpapiereintrages).

Der durch das Deinken entstehende Schlamm wird eingedickt und im Etagenofen verbrannt. Die hier auftretenden Verbrennungsgase werden über einen Kohlekessel bei > 800 C verbrannt. Die Asche ist deponiefähig und geringer belastet als Hausmüll.

Nutzen: Deponieentlastung
Mehrfachverwendung von Papierfasern (theoretisch bis zu 5mal möglich).

Abwasser: Der chemische Sauerstoffbedarf (Maß für die Verunreinigung von Wasser) bei der Herstellung von Papier aus Frischfasern ist ca. 10mal höher als bei der Herstellung von Recyclingpapier, bedingt durch die Zellstoffproduktion.

Frischwasser: Der Frischwasser-Verbrauch von Recyclingpapier entspricht ca. 20 % von dem bei der Frischfaserpapierherstellung.

Energie: Aus o.g. Gründen ist der Energiebedarf bei Recyclingpapieren um ca. 50 % geringer.

Doch bei allen Überlegungen ist Vorsicht geboten: Auch Hersteller von Recyclingpapier sprechen nie von Umweltschutzpapier. Das zur Herstellung von Zellstoff oder Holzschliff eingesetzte Holz ist in Europa ausschließlich Schwachholz, das von keiner anderen Industrie eingesetzt werden kann, als von den Herstellern o.g. Produkte. Es handelt sich um Wipfel, Äste und um Bäume, die bei der Durchforstung geschlagen werden müssen. Nach wie vor gilt, daß Holz der Rohstoff für Papier ist und damit auch für Recyclingpapier. Somit müssen fairerweise auch bei Überlegungen bezüglich Frischwasser, Abwasser und Energiebedarf zu den günstigen Werten des Recyclingpapieres anteilig Werte des aus Frischfasern hergestellten Papiers hinzugerechnet werden.

geschrieben am 03.09.2006 um 10:27 Uhr.


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